Nie wieder Stromkosten: Unsere eigene Solaranlage, Teil 2

Nie wieder Stromkosten: Unsere eigene Solaranlage

Unsere Solaranlage läuft jetzt seit einem Jahr. Ob wir unser Ziel „Nie wieder Stromkosten“ erreicht haben? Was wir alles getan haben, um Strom zu sparen und unseren CO2-Ausstoß noch weiter zu senken? Die Antworten darauf und mehr Tipps findet ihr in diesem Beitrag.

Im Jahr 2020 haben wir unsere Solaranlage installierten lassen. Darüber habe ich hier im Blog berichtet. Hier möchte ich gerne die Erfahrungen teilen, wie die Solaranlage unseren Alltag verändert hat.

Wie wirkte sich die Solaranlage auf unsere Stromrechnung aus?

Wir haben im Jahr 2020 unser Ziel, keine Stromkosten zu zahlen, tatsächlich erreicht. Und wir haben es sogar übertroffen: Ende des Jahres 2020 lagen wir mit unserer Stromrechnung 187 AUD (etwa 120 EUR) im Plus. 😊

Die Jahresabrechnung weist dank Solarstrom ein Plus 187 AUD (etwa 120 EUR) aus.

Die Jahresabrechnung weist dank Solarstrom ein Plus 187 AUD (etwa 120 EUR) aus.

 

Wie haben wir die Einsparungen erzielt?

Im Wesentlichen haben diese drei Faktoren zu den Einsparungen beigetragen:

  1. Wir haben vorrangig tagsüber Strom verbraucht, also zu der Zeit, zu der unsere Solaranlage Energie liefert.
  2. Wir haben eine Vergütung für den Strom bekommen, den wir ins Netz eingespeist haben.
  3. Wir erhielten zusätzlich Zahlungen von unserem Energieversorger dafür, dass wir die Nachfrage im Netz gesenkt haben.

In der SMA Energy App können wir genau verfolgen, wie sich unsere Einsparungen auf unsere Stromrechnung auswirken.

Die SMA Energy visualisiert die Energieflüsse im Haushalt.

Die SMA Energy visualisiert die Energieflüsse im Haushalt.

 

1. Stromverbrauch an Solarstromproduktion anpassen
Durch einige kleinere Anpassungen unserer Stromverbrauchsgewohnheiten konnten wir unseren Eigenverbrauch deutlich erhöhen. Als größte Energieverbraucher in unserem Haus erwiesen sich in diesem Jahr die Klimaanlage, der Trockner, die Geschirrspülmaschine und die Waschmaschine. Wir sorgten dafür, dass diese Verbraucher vorrangig tagsüber und nichts nachts liefen, und erreichten so eine Autarkiequote von fast 50 Prozent. Damit haben wir die Hälfte unseres Energiebedarfs selbst erzeugt. Allein dadurch reduzierte sich unsere Stromrechnung für das Jahr 2020 um etwa 1.000 AUD, also fast 650 EUR!

2. Zusätzliche Einnahmen durch Einspeisung erzielen
Die Energie, die wir nicht selbst nutzen konnten, speisten wir zurück ins Netz ein. Insgesamt haben wir nur 36 Prozent des Stroms aus der Solaranlage selbst genutzt. Für die 64 Prozent, die wir ins Netz einspeisten, erhielten wir vom Energieversorger (großzügige) 0,21 AUD/kWh (ca. 0,14 EUR/kWh). Das brachte uns zusätzliche Einnahmen in Höhe von 1.190 AUD (knapp 770 EUR) ein.

3. Das öffentliche Netz entlasten
Der dritte Vorteil, den unsere Solaranlage mit sich brachte – und den ich ursprünglich gar nicht einkalkuliert hatte – bestand darin, dass wir das öffentliche Netz weniger stark beanspruchten. Wenn die Nachfrage im Netz besonders hoch war, schalteten wir beispielsweise unsere Klimaanlage und andere Verbraucher aus, sodass wir keinen Strom aus dem Netz verbrauchten. Wir konnten sogar zu den Zeiten mit einer besonders hohen Nachfrage weiterhin Strom ins Netz einspeisen. Dafür erhielten wir von unserem Stromanbieter weitere 85 AUD (ca. 55 EUR).

 

Und was macht unser CO2-Fußabdruck?

Eine Kompensation von knapp sechs Tonnen Kohlenstoff in einem Jahr ist ein guter Anfang. Aber bis zu einer neutralen oder sogar positiven CO2-Bilanz bleibt noch einiges zu tun. Schätzungen zufolge erzeugt ein Fünf-Personen-Haushalt wie unserer in Australien pro Jahr etwa 20 Tonnen CO2. Bei sechs Tonnen, die wir dieses Jahr mit unserer Solaranlage eingespart haben, bleiben also noch 14 Tonnen übrig.

Da wir 50 Prozent unseres Stroms weiterhin aus dem Netz bezogen haben, habe ich unseren Vertrag bei unserem Stromversorger auf 100 Prozent grüne Energie umgestellt. Somit stammt nun die gesamte Energie, die unser Haushalt verbraucht, aus erneuerbaren Energiequellen. Dadurch ergibt sich eine Einsparung von 13 Tonnen für das Jahr 2020. Die restlichen Emissionen, die wir produzieren, entfallen größtenteils auf Fahrzeugemissionen.

 

Auf Elektromobilität umsteigen

Wir haben zwei Autos. Mit der neuen Ladelösung SMA EV Charger, der sich in die SMA Energy App einbinden lässt, wollen wir auf ein Elektrofahrzeug umzusteigen, wenn wir das nächste Mal eines unserer Autos ersetzen müssen. Dann tanken wir unseren eigenen Solarstrom. Das ist für uns erstmal sinnvoller als ein Speicher für zu Hause, da wir bei den Fahrzeugemissionen ein größeres Einsparpotenzial haben als bei den Emissionen durch die Stromerzeugung. Sobald die Fahrzeughersteller „Vehicle-to-Grid“-Funktionen anbieten, können wir mit der Fahrzeugbatterie dann sogar nachts unseren Haushalt mit Strom versorgen.

 

Persönlicher Beitrag zum Klimaschutz

Wenn wir als Menschheit einen drastischen Klimawandel abwenden wollen, müssen wir alle unseren Teil dazu beitragen. Und zwar zusätzlich zu den emissionssenkenden Maßnahmen unserer jeweiligen Regierungen. Wenn ihr auch das Experiment starten wollt, nie wieder Stromkosten zahlen zu müssen und euren CO2-Ausstoß zu verringern, wendet euch am besten direkt an einen SMA Solar Fachpartner. Der berät euch professionell und plant eine maßgeschneiderte Solaranlage.

In meinem nächsten Beitrag verrate ich euch, wie ihr sogar noch mehr Stromkosten sparen könnt.

 

 

2 Kommentare
  1. Nicole Birgel
    Nicole Birgel sagte:

    Hallo,
    einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz war geplant, aber nun nach Installation der Anlage hat der Netzbetreiber den Anschluss nicht genehmigt, da keine Netzkapazitäten frei sind? Die Absage der Regionalwerke Wolfhager Land hat nun die Kapitalplanung „über den Haufen geworfen“ da natürlich zum Eigenverbrauch auch die Einspeisung geplant war. Kann das einfach so abgelehnt werden? Hätte das der Anlagen-Installateur nicht wissen müssen?…ich weiß nicht, ob die Frage hier richtig ist, aber der Bericht hat mich ermutigt hier mal in die Runde zu fragen.

    Antworten
    • Christiane Keim
      Christiane Keim sagte:

      Hallo Nicole,

      vielen Dank für dein Feedback.
      Jede mit dem Netz verbundene PV-Anlage ist genehmigungspflichtig und muss beim Netzbetreiber gemeldet werden.
      Das hat zur Folge, dass der Netzbetreiber die Anlage unter bestimmen Gesichtspunkten ablehnen kann.
      Darüber ist dein Installateur nicht informiert.

      Hintergrund ist, dass eine PV-Anlage die Versorgungsqualität – und damit auch die Spannungsqualität – im Netz nicht so beeinflussen darf, dass sowohl die eigenen Verbraucher als auch die Nachbarn durch die Anlage beeinträchtigt werden.
      In der Regel kann aber mit dem Netzbetreiber zusammen ein Kompromiss gefunden werden: Der könnte z.B. darin bestehen, die Anlage etwas kleiner zu bauen oder – falls die Anlage schon installiert ist – über eine Leistungsbegrenzung am Netzanschlusspunkt die Einspeiseleistung deutlich zu reduzieren.

      Bitte wende dich daher nochmal an deine Ansprechpartner:innen.

      Sonnige Grüße

      Christiane

      Antworten

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