Rennen der Solarflitzer – SolarCup Hessen 2012

This post was originally published in 2012. The tips and techniques explained may be outdated.

von Lena Neumann (guest post), , 1 Kommentar

Freitagmittag auf dem Königplatz in Kassel. Der Himmel ist wolkenverhangen, es nieselt. Unsere SMA Azubis gruppieren sich um ein kleines Solarmobil herum. ‚Sun Rider‘ steht auf ihren T-Shirts. Hinter ihnen hört man ferngesteuerte Fahrzeuge auf der Rennstrecke quietschen. Ich befinde mich auf dem SolarCup, einem Wettbewerb, in dem selbstkonstruierte Solarfahrzeuge verschiedener Betriebe und Schulen gegeneinander antreten.

Das SMA Juniorteam mit ihrem Sun Rider

Das SMA Juniorteam mit ihrem Sun Rider

Solarrennen ohne Sonne

Heute regnet es schon den ganzen Tag. Da möchte ich natürlich wissen, ob die Solarflitzer dann überhaupt eine Chance haben. „Der Akku war vollgeladen“, erklärt mir Julian Sandrock. „Zehn Minuten ohne Sonne schafft der schon.“ Der Azubi zum Elektroniker für Geräte und Systeme gehört zum Junior Team (SMA tritt nämlich direkt mit zwei Mannschaften an). Das Solarmobil fährt surrend durch den Parcours. Die letzten Runden schafft es nicht, der Akku ist zu schwach. „Zum Glück werden neben dem Rennen auch noch andere Punkte bewertet“, weiß Julians Teamkollegin Kathrin Becker, Auszubildende zur Kauffrau für Groß- und Außenhandel. „Dokumentation und Technik gehen auch mit in die Wertung ein.“ Und besonders auf die Technik könnte das Junior Team Zusatz-Punkte bekommen. Die Steuerung haben die Azubis per Bluetooth realisiert. „Das hatte hier keine andere Mannschaft“, sagt Ullrich Eckhardt. Der Ausbilder erklärt mir, was das Besondere am SolarCup ist, der fast ausschließlich von Azubis bewerkstelligt wird.

Die Solarmobile starten im Wettbewerb

Die Solarmobile starten im Wettbewerb

SolarCup – ein Projekt mit viel Eigenverantwortung

Vom Mechaniker bis zum Kaufmann: Im SolarCup arbeiten die Azubis nämlich fach- und berufsübergreifend zusammen. In verschiedenen Gruppen kümmern sie sich um Mechanik, Elektronik, Steuerung und Dokumentation. Sie lernen, Zeitpläne zu erstellen und eigenverantwortlich zu arbeiten. „Wir lassen den Azubis freie Hand und das klappt ganz gut“, freut sich Ullrich. „Technologisch probieren die alles aus.“ Nur manchmal muss er seine Schützlinge im Elan bremsen. „Es muss ja auch machbar sein“, schmunzelt der Ausbilder. Die Modelle sind mit Solarpanels ausgestattet und werden so mit Strom versorgt. Ihre Antriebskomponenten für das Fahrzeug konnten die Azubis selbst aussuchen. Nur die Größe des Modells und des Akkus durfte einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Seit Januar wurde in der Azubiwerkstatt lange an den Zukunftsflitzern getüftelt und geschraubt. Das Rennen ist dann das Highlight des Projekts.
Am Nachmittag wird in der Siegerehrung deutlich: Unter den schnellsten waren wir nicht, dafür darf das Senior Team aber den ersten Preis für die beste Konstruktion mit nach Hause nehmen.
Glückwunsch an die Teams, das ist eine super Leistung!

Viele Solarmobile sind vertreten

Viele Solarmobile sind vertreten

Fakten Hessen SolarCup

– Bildungswettbewerb der Universität Kassel

– präsentiert von SMA, den Städtischen Werken und der Stadt Kassel

– Jugendliche bauen Solarfahrzeuge, die im Rennen gegeneinander antreten

– Typen: Solar-Boote, SolaRobots, Ultraleicht-Solar-Mobile, ferngelenkte Solar-Mobile

– Ziel: Interesse für erneuerbare Energien und technische Berufe wecken

– findet seit 2002 jährlich statt

– Infos und Regeln: www.solarcup.de

1 Antwort
  1. Peter Henniges
    Peter Henniges sagte:

    Als Projektleiter des Hessen SolarCup freue ich mich besonders über den Bericht. Lena hat in ihrem Text auf den Punkt gebracht, worum es beim SolarCup geht. Das Besondere am Hessen SolarCup ist, dass sich bei allen Beteiligten der Glaube daran festgesetzt hat, es würde immer regnen. Dies war nun am Freitag, den 1. Juni beim 11. HSC tatsächlich wieder einmal der Fall. Bei fünf Veranstaltungen insgesamt war aber Sonnenschein. Das Wetter können wir nicht beeinflussen, aber die Technik. Die Ultraleicht-Solar-Mobile, die sich anfangs bei schlechtem Wetter ohne Akku nicht bewegt haben, fahren heute (sogar bei Regenwetter). Das ist die Herausforderung für die jungen Tüfftler: Wenn man es richtig anstellt, wächst Ananas eben doch auch in Alaska!

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