So geht prognosebasiertes Laden

So geht prognosebasiertes Laden

Mit dem SMA Feature „Prognosebasiertes Batterieladen“ erwirtschaften Anlagenbetreiber höhere PV-Erträge und verlängern die kalendarische Lebensdauer der Batterie. Mit unserer Checkliste könnt ihr die Anlage in Sunny Portal entsprechend konfigurieren. So geht euch künftig kein wertvoller Solarstrom verloren und ihr verlängert die Lebensdauer eurer Geräte.

Eure Batterie ist trotz strahlendem Sonnenschein nicht zu 100 Prozent geladen? Kein Grund zur Sorge, wenn ihr das SMA Feature „Prognosebasiertes Laden“ nutzt. Denn dann könnt ihr euch auf die intelligente Ladung und Entladung der Batterie verlassen. Da ist eine nicht vollgeladene Batterie Teil der Intelligenz und durchaus gewollt. Dafür steuert der Sunny Home Manager 2.0 die Be- und Entladung der Batterie automatisch so, dass die Anlage möglichst nicht abregeln muss. Dazu lernt er das Verbrauchsverhalten eurer angeschlossenen Haushaltsgeräte und verknüpft es anhand standortbezogener Wetterdaten intelligent mit der PV-Erzeugungsprognose. Dadurch weiß der Energiemanager jederzeit, wie viel Energie wann verfügbar ist und wo sie benötigt wird. Alle verbundenen (Haushalts-)Geräte sind dann möglichst immer mit kostengünstigem und nachhaltigen Solarstrom versorgt. Als Anlagenbetreiber können Sie sich dann entspannt zurücklehnen. Von diesem intelligenten Regelverhalten profitieren Speichersysteme mit SMA Batterie-Wechselrichtern sowie Elektromobilitätsanwendungen mit dem SMA EV Charger.

Wichtig: Für die Einstellungen zum prognosebasierten Laden in Sunny Portal ist das Installateurs-Passwort erforderlich. Daher sollte euer Installateur die Anlage am besten bereits bei der Inbetriebnahme entsprechend konfigurieren.

Checkliste für das prognosebasierte Batterieladen mit dem Sunny Home Manager 2.0 in Sunny Portal

1. Standort

Konfiguration > Anlageneigenschaften > Anlagendaten

Zur Errechnung der zu erwartenden PV-Erzeugung ist die genaue Eingabe des Anlagenstandortes (Längen- und Breitengrad) sowie der Höhe erforderlich.

SMA Anlagedaten Standort

 

2. String-Konfiguration

Konfiguration > Anlageneigenschaften > String-Konfiguration

Die Konfiguration der Strings ist für die korrekte Errechnung der PV-Prognose (erwartete PV-Erzeugungskurve) insbesondere bei unterschiedlicher Modulausrichtung elementar und damit der Grundstein für die Einplanung der Verbraucher.

SMA String-Konfiguration

 

Editieren und erzeugen von Strings:

String konfigurieren SMA


Inf
o: PV-Anlagen mit Tigo-Optimizern können die Funktion „Prognosebasiertes Batterieladen“ nicht nutzen.

Bei kommunikativer Einbindung von Tigo-Optimizern in die Sunny Portal Anlage kann die Funktion des prognosebasierten Ladens nicht genutzt werden. Soll diese Funktion trotzdem verwendet werden, empfehlen wir, die Tigo-Optimizer über das Tigo SMART Webportal/ App zu überwachen und von einer direkten Einbindung in die Sunny Portal Anlage abzusehen.

3. Parameter 

Konfiguration > Anlageneigenschaften > Parameter

Die Eingabe der für die PV-Anlage gültigen Einspeisevergütung sowie ggf. eine Eigenverbrauchsvergütung ist elementar für eine korrekte Einplanung nach dem gewählten Optimierungsziel (ökologisch/wirtschaftlich) der Verbraucher durch den Sunny Home Manager 2.0.

Hintergrund: Die Optimierung des Sunny Home Managers 2.0 erfolgt ausschließlich auf der Grundlage von Preistabellen (auch bei einem ökologischen Optimierungsziel). Ohne Angabe der Vergütungen kann die entsprechende Planung nicht erfolgen.

Achtung: Die Eigenverbrauchsvergütung ist in Deutschland ausschließlich für Anlagen mit Inbetriebnahme zwischen dem 01.01.2009 und dem 01.04.2012 relevant. Für alle anderen Analgen ist die Eigenverbrauchsvergütung 0,00 €. Die Eingabe der individuellen Stromgestehungskosten oder des aktuellen Strompreises beim Energieversorger ist hier nicht gemeint und führt zu falschen Preisberechnungen und damit einer fehlerhaften Einplanung.

SMA Vergütung

 

Falls vom lokalen Netzbetreiber eine Begrenzung der Wirkleistungseinspeisung gefordert ist, muss diese hier angegeben werden (z.B. 70-Prozent-Regelung). Diese Informationen nutzt der Sunny Home Manager 2.0 beim prognosebasierten Laden, um eine Abregelung der Anlage in Zeiten hoher Erzeugung zu vermeiden und möglichst viel selbsterzeugten PV-Strom zu nutzen.

Hinweis:  Sicherstellen, dass bei allen Wechselrichtern der Parameter „Betriebsart Wirkleistung“ auf den Wert „Wirkleistungsbegrenzung P durch Anlagensteuerung“ eingestellt ist.

SMA Begrenzung der Wirkleistungseinspeisung

 

Eingabe des aktuellen Stromtarifs des gewählten Energieversorgers als Grundlage für eine korrekte Einplanung gemäß Optimierungsziel. Neben dem fixen Tarif können auch variable Strompreise (z.B. HT-/NT-Tarif) konfiguriert werden.

Stromtarif SMA

 

Für jede Anlage muss entweder ein ökologisches (Maximierung des PV-Eigenverbrauchs) oder ein wirtschaftliches (Minimierung der Energiekosten) Optimierungsziel gewählt werden. Je nach Konstellation (z.B. PV-Vergütung, Strombezugskosten) variiert die Einplanung durch den Sunny Home Manager stark.

SMA Optimierungsziel

 

4. Verbraucherbilanz und -steuerung

Verbraucherbilanz und -steuerung > Konfiguration > Verbrauchereigenschaften

Verbraucherbilanz und -steuerung

 

Verbraucher

 

Die Priorität eines KANN-Verbrauchers entscheidet darüber, in welcher Reihenfolge der Sunny Home Manager 2.0 die einzelnen Verbraucher berücksichtigt.
KANN-Verbraucher sind Geräte oder Anwendungen, deren Betrieb nicht zwingend erforderlich ist (z.B. Betrieb der Waschmaschine). Im Unterschied dazu die MUSS-Verbraucher: Deren Betrieb ist zwingend erforderlich, auch wenn bei geringem Solarstromangebot ggf. zusätzlicher Netzbezug notwendig ist (z.B. Sicherstellen der Fahrbereitschaft des Elektrofahrzeugs).
Der Schieberegler ist für die Einplanung von KANN-Verbrauchern relevant und gibt an, welcher Mindestanteil von PV-Energie bzw. welche Maximalkosten für diese Verbraucher akzeptiert werden. Der Sunny Home Manager 2.0 plant die KANN-Verbraucher nur ein, wenn er die Einhaltung des Planungsziels sicherstellen kann. Steht der Schieberegler auf 100 Prozent PV-Erzeugung, so kann es vorkommen, dass in Abhängigkeit der Anlagengröße KANN-Verbraucher an bewölkten Tagen nicht eingeplant werden, da ein minimaler Netzbezug nicht ausgeschlossen werden kann. Der Schieberegler ist für die Einplanung von Verbrauchern relevant und gibt an, welcher Mindestanteil von PV-Energie bzw. welche Maximalkosten für diese Verbraucher akzeptiert werden.

Empfehlung: Die Priorität von Verbrauchern mit geringer Leistung (z.B. Wasch- und Spülmaschine) sollte niedriger gewählt werden als beispielsweise die Priorität des SMA EV Chargers.

Empfehlung: Einstellung auf 95 % PV-Erzeugung und 5 % Netzbezug (in Abhängigkeit der PV-Anlagengröße)

Hinweis: „Überschüssige PV-Energie“ entspricht der abgeregelten PV-Energie (im Fall einer Wirkleistungsbegrenzung z.B. 70-Prozent-Regelung)

Verbrauchereigenschaften

 

5. Batterie vor KANN-Verbraucher

Konfiguration > Geräteübersicht > Eigenschaften (Sunny Home Manager 2.0)

Geräteübersicht

 

Geräteeigenschaften

 

Mit dem prognosebasierten Batterieladen können die PV-Erträge durch die Vermeidung einer Abregelung optimiert werden. Im Feld „Erforderlicher Ladestand (SoC) für prognosebasiertes Laden“ kann ein gewisser Teil der Batterie von dieser Regelung ausgenommen werden.

Hinweis:
Das Häkchen beim prognosebasierten Batterieladen nur setzen, wenn die Anlage eine aktive Wirkleistungsbegrenzung hat.
Durch das Setzen des Häkchens „Batterieladen vor Kann-Verbraucher“ wird sichergestellt, dass zuerst die Batterie geladen wird, bevor der Sunny Home Manager KANN-Verbraucher wie z.B. den SMA EV Charger im PV-Überschussladen berücksichtigt.

SMA Smart Home Einstellungen

 

Ihr wollt jetzt auch prognosebasiert Laden?

Detaillierte Infos zur Funktion und den Vorteilen des prognosebasierten Batterieladens findet ihr in diesem Blogbeitrag.

 

 

10 Kommentare
  1. Avatar
    Lars sagte:

    Hallo Frau Spangenberg, vielen Dank für diese super Übersicht. Ich habe eine Frage zum Punkt 4 (Verbraucherbilanz und -steuerung). Sie schreiben eine Empfehlung des EV Chargers Einstellung auf 95 % PV-Erzeugung und 5 % Netzbezug. Wieso diese Werte? Würde das bedeuten, dass das E Auto maximal mit 5% Netzstrom beladen wird und auf keinen Fall mehr? Das ist die Empfehlung beim prognosebasierten Laden oder?

    Wie sieht das beim reinen Überschussladen aus? Oder ist der Regler für Überschussladen nicht gedacht? Wenn doch, wie wäre die optimale Einstellung für das Überschussladen?

    Antworten
    • Christiane Keim
      Christiane Keim sagte:

      Hallo Lars,

      danke erstmal für die freundliche Rückmeldung.
      Also, der genannte Schieberegler ist genau für das PV-Überschussladen gedacht, denn in diesem Fall wird der SMA EV Charger als KANN-Verbraucher vom Sunny Home Manager 2.0 eingeplant, wenn das Planungsziel eingehalten werden kann. Je nach örtlichen Gegebenheiten (PV-Generatorgröße, Verbrauch, Wetter) variiert die optimale Einstellung. Zum Beispiel kann es bei einer relativ kleinen PV-Anlage mit 5 kWp sinnvoll sein, eine etwas konservativere Einstellung zu wählen, wohingegen bei einer 15 kWp Anlage auch die Einstellung auf 100% problemlos möglich sein sollte. Wählt man eine Einstellung mit z.B. 5% Netzbezug, bedeutet dies nicht, dass zu jeder Zeit genau 5% der Leistung aus dem Netz zum Laden des Fahrzeugs bezogen werden. Vielmehr ermöglicht man damit eine sichere Einplanung des SMA EV Chargers – auch z.B. an bewölkten Tagen. Im Tagesmittel sorgt der Sunny Home Manager 2.0 dafür, dass 5% Netzbezug möglichst nicht überschritten werden.

      Im prognosebasierten Lademodus wird der SMA EV Charger als MUSS-Verbraucher vom Sunny Home Manager 2.0 eingeplant, d.h. es wird möglichst viel selbst erzeugter Solarstrom zum Laden des Fahrzeugs verwendet. Um die Abfahrbereitschaft in jedem Fall sicherzustellen wird „zur Not“ auch auf zusätzlichen Netzbezug zurückgegriffen.

      Sonnige Grüße

      Christiane

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  2. Avatar
    Herbert sagte:

    Ich habe eine weitere Frage. Ist es sinnvoll und möglich, die Fotovoltaikanlage über den Homemanager über Nacht abzuschalten, um Verluste durch die Anlage zu vermeiden, wenn kein Strom erzeugt wird? Ich habe an 22 Modulen zusätzlich 22 Tigo- Module installiert.

    Antworten
    • Christiane Keim
      Christiane Keim sagte:

      Hallo Herbert,

      der Sunny Home Manager sollte nicht abgeschaltet werden, da er ja 24/7 die Verbrauchsdaten aufnimmt.
      Die SMA Wechselrichter haben einen geringen Eigenverbrauch in der Nacht (z.B. SB2.5 2,0 W, STP10.0 5,0 W – weitere Informationen dazu in den jeweiligen Datenblättern auf unseren Produktseiten).
      Die Tigo-Optimierer an den Modulen selbst sind ausgeschaltet, sobald keine Einstrahlung vorhanden ist (Verbrauch 0W) – lediglich das Tigo COM-Gateway hat auch nachts einen geringen Standby-Verbrauch von etwa 1-2 W.

      Beste Grüße
      Christiane

      Antworten
  3. Avatar
    Rainer Bögl sagte:

    Hallo SMA,

    in Ihrem Artikel ist im Punkt 3 Parameter beschrieben, dass die Eingabe des Stromtarifs (Bezug) essentiell ist, damit der SHM 2.0 gemäß Optimierungsziel arbeiten kann. Nun habe ich bereits einen SmartMeter mit Gateway verbaut und beziehe einen stündlich variablen Stromtarif. Diese Stromtarife können täglich ab ca. 14 Uhr per API-Schnittstelle abgerufen werden. Leider ist es (aktuell) nicht möglich, diese Tarife zu hinterlegen, so dass ich den SHM nicht wirtschaftlich betreiben kann, da er immer irgendwie den falschen Stromtarif hinterlegt hat.
    Oder anders herum formuliert, würde das Sunny Portal variable Stromtarife über eine API-Schnittstelle vom entsprechenden Anbieter ziehen, wäre es die effizienteste Steuerung des Optimierungsziels.

    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung schon vorab.
    Rainer

    Antworten
    • Christiane Keim
      Christiane Keim sagte:

      Hallo Rainer,

      aktuell steht nur die genannte Möglichkeit zur manuellen Konfiguration von Stromtarifen über das Sunny Portal zur Verfügung.
      SMA arbeitet an der Integration von variablen Stromtarifen über entsprechende API-Schnittstellen und wird darüber zu gegebener Zeit informieren.

      Beste Grüße
      Christiane

      Antworten
  4. Avatar
    Michael Nothnagel sagte:

    Hallo Frau Keim,
    ich habe den Regler unter „optionaler Energiebedarf“ ganz nach links geschoben (100 % Netzbezug). Meine SMA Energy-App zeigt eine Ladeleistung von 0,0 kw und Bereits aufgeladen 0,0 kw/h an. Status OK. Fahrzeug angeschlossen. Sollte das Auto, mit dieser Einstellung, nicht geladen werden? Was muss ich einstellen, dass mein Auto geladen wird auch wenn kein Strom erzeugt wird?

    Antworten
    • Christiane Keim
      Christiane Keim sagte:

      Hallo Herr Nothnagel,

      um den Ladevorgang auch ohne PV-Erzeugung zu starten, kann der Schnelllade-Modus über den Drehschalter am Gehäuse des SMA EV Chargers aktiviert werden. Alternativ kann über die SMA Energy App ein Ladeziel für das prognosebasierte Laden konfiguriert werden. Der Sunny Home Manager 2.0 plant den Ladevorgang dann in jedem Fall ein, zur Not auch ohne verfügbare PV-Energie. Der Schieberegler unter „optionaler Energiebedarf“ sollte optimalerweise auf 90 -100 % PV-Erzeugung, je nach Anlagengröße, konfiguriert werden.
      Bei den aktuellen Wetterverhältnissen ist das Laden mit PV-Energie ja eher schwierig.

      Beste Grüße
      C. Keim

      Antworten
  5. Avatar
    Iraklitos Vasiloudis sagte:

    Hallo Frau Keim,
    ich habe eine 5,7 KWp Anlage mit dem SHM 2.0 und einer Wärmepumpe. Bisher noch kein Akku. Nun ziehe in in Erwägung mir ein Elektroauto zuzulegen mit dem ich gerne 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen würde:
    1. Elektromobilität
    2. Den fehlenden Akku zu „ersetzen“
    Daher die Frage……. kann ich das eAuto gleichzeitig als Batterieersatz verwenden mit der gleichen/ähnlichen Funktionen das dieser bei Überschussstrom geladen wird UND der Strom aus der Batterie auch wieder genutzt wird (bis zu einer bestimmten Grenze) wenn zu wenig PV-Strom verfügbar ist?
    Aufgrund meiner Homeofficetätigkeit steht das Auto nämlich tagsüber ziemlich viel vor dem Haus.

    Antworten
    • Christiane Keim
      Christiane Keim sagte:

      Hallo Herr Vasiloudis,

      bitte entschuldigen Sie, dass Sie ein paar Tage auf unsere Rückmeldung warten mussten.
      Der SMA EV Charger ist geeignet für unidirektionales Laden des Elektrofahrzeugs, d.h. bidirektionales DC-Laden zuhause kann damit nicht realisiert werden (Grund dafür sind einige technische und vor allem regulatorische Rahmenbedingungen).

      Beste Grüße
      C. Keim

      Antworten

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