Redispatch 2.0: Der einfache Weg in die Direktvermarktung

Redispatch 2.0: Der einfache Weg in die Direktvermarktung

Ab Oktober 2021 besteht für Anlagenbetreiber ab einer Anlagengröße von 100 Kilowatt Peak die gesetzliche Pflicht, alle Redispatch-Maßnahmen bilanziell auszugleichen. Damit euch der Anspruch auf die EEG-Vergütung nicht verloren geht, erfahrt ihr hier alles Wichtige zur neuen Regelung und zur SMA Lösung.

 

Webinar

Redispatch 2.0: Die SMA Systemlösung mit SMA SPOT und dem SMA Datamanager

Unsere SMA Experten präsentieren live im Webinar am 24.08.2021 um 14:00 Uhr die neue SMA Systemlösung für Redispatch 2.0. Wir laden euch herzlich zur Teilnahme ein und freuen uns auf eure Fragen.

Details und Anmeldung

Der Begriff Dispatch bezeichnet die Einsatzplanung von Kraftwerken durch den Kraftwerksbetreiber: „Kraftwerkseinsatzplanung“. Redispatch meint dabei die kurzfristige Änderung des Kraftwerkseinsatzes zur Vermeidung von Netzengpässen.

Wenn also mehr Strom übertragen werden müsste als technisch möglich ist, können Übertragungsnetzbetreiber kurzfristig in die Stromproduktion von Kraftwerken eingreifen. Dazu gibt es bis zum 30. September 2021 zwei Möglichkeiten:

  1. Redispatch 1.0: Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) greifen in die Stromproduktion von Kraftwerken ein und reduzieren oder erhöhen die Erzeugungsleistung von Kraftwerken nach Bedarf.
  2. Einspeisemanagement: Bei einem Überangebot an erneuerbaren Energien regeln die Verteilnetzbetreiber (VNB) die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien oder Kraftwärmekopplung vorübergehen ab.

Netz- und Systemstabilität mit Redispatch 2.0 sicherstellen

Das Ziel ist ein jederzeit stabiles Versorgungsnetzt ohne Netzunterbrechungen, sprich die sichere Stromversorgung für alle angeschlossenen Verbraucher. Wird nun zunehmend mehr Kraftwerksleistung aus regenerativen Erzeugungsanlagen ins Netz eingespeist, kommt das Netz an die Grenzen seiner technischen Leistungsfähigkeit. Der Netzausbau kommt da schlicht nicht schnell genug hinterher. Es gibt aber mehr Gründe für künftig steigenden Redispatch-Maßnahmen:

  • Integration europäischer Strommärkte
  • Verzögerungen im Netzausbau
  • Ausstieg aus der Kernenergie
  • Veränderte Lastflüsse durch den Ausbau erneuerbarer Energien
  • Windparkausbaus im Norden, Abschalten von konventionellen Kraftwerken im Süden

Kurz: Die Synchronisation von Angebot und Nachfrage im Stromnetz wird zunehmend zur Herausforderung. Deshalb gelten ab dem 1. Oktober 2021 neue Regeln. Das Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG 2.0) vereint dann das bisherige Redispatch 1.0 mit dem Einspeisemanagement. Netzbetreiber haben dann nur noch die Option Redispatch 2.0.

Für wen gilt Redispatch 2.0?

  • Erneuerbare-Energien-Anlagen, KWK-Anlagen und Energiespeicher mit einer installierten Leistung ab 100 kW.
  • Alle Anlagen bis 100 kWp und auch kleinere Anlagen, die bereits durch den Netzbetreiber ferngesteuert werden können, sofern sie der Netzbetreiber einbinden will:
    • Bestandsanlagen größer 30 kWp mit Inbetriebnahme vor dem 01.01.2021
    • Neuanlagen größer 25 kWp mit Inbetriebnahme ab dem 01.01.2021
    • Kleinere Anlagen, die nicht die 70-Prozent-Begrenzung am Netzanschlusspunkt nutzen

Relevant ist Redispatch 2.0 für Anlagenbetreiber (natürliche oder juristische Person oder Personengesellschaft, die eine Anlage betreibt), technische/kaufmännische Betriebsführer (Dienstleistungsunternehmen, das den technischen und/oder kaufmännischen Betrieb einer Anlage abwickelt) und Direktvermarkter (Energiehandelsunternehmen, das die erzeugten Strommengen abnimmt und an der Strombörse vermarktet).

Wichtig: Die Nichterfüllung von EEG-Anforderungen an die Fernsteuerbarkeit und Abrufbarkeit von IST-Einspeisung führt zum Verlust des Anspruchs auf EEG-Vergütung – auch rückwirkend.

Was müssen Anlagenbetreiber beim Redispatch 2.0 beachten?

Redispatch 2.0 erfordert einen umfassenden Datenaustausch-Prozess, in dem unterschiedliche Daten generiert und fristgerecht ausgetauscht werden. Dadurch entstehen neue Marktrollen wie Einsatzverantwortliche (EIV) und Betreiber der Technischen Ressource (BTR) durch den Anlagenbetreiber mit folgende Aufgaben:

  • Bereitstellung von Stammdaten
  • Bereitstellung von Bewegungsdaten
  • Festlegung der Abrufart für die Leistungsreduzierung (Aufforderungsfall oder Duldungsfall)
  • Festlegung des Bilanzierungsmodells (Planwertmodell oder Prognosemodell)
  • Festlegung des Abrechnungsmodells (Pauschal, Spitz oder Spitz Light)

Wie sieht die SMA Lösung für das Redispatch 2.0 aus?

Die SMA Systemlösung für Redispatch 2.0 kombiniert die Direktvermarktung mit SMA SPOT intelligent mit den Managementfunktionen des SMA Data Manager M. Das Ziel der Lösung ist eine für den Anlagenbetreiber möglichst einfache und kostengünstige Umsetzung des Redispatch 2.0.

SMA Lösung Redispatch20

Die SMA Systemlösung für das Redispatch 2.0 besteht aus der Direktvermarktung mit SMA SPOT und dem Energiemanager SMA Data Manager M.

In der Direktvermarktung mit SMA SPOT übernimmt unser Partner MVV für alle bestehenden und neuen SMA SPOT Kunden die Rollen des Einsatzverantwortlichen (EIV) und eines Betreibers der Technischen Ressource (BTR) als Service in der Kombination aus Prognosemodell, Duldungsfall und Pauschal-Abrechnungsmodell. Dieses Angebot gilt auch für Anlagen < 100kWp.

Zusätzlicher Vorteil: Die Vermarktungsentgelte für SMA SPOT reduzieren sich für Neuverträge ab 1. Juli 2021 je nach Anlagengröße um bis zu 20 Prozent.

 

Als Schnittstelle zwischen der Solaranlage und dem öffentlichen Stromnetz übernimmt der Data Manager M sowohl die Inbetriebnahme der Solaranalage als auch die vorgeschriebene integrierte Fernsteuerbarkeit. Auch Bestandsanlagen mit der Sunny WebBox-10 oder dem SMA Cluster Controller (ggf. mit Power Reducer Box) können einfach mit einem SMA Data Manager M modernisiert werden, um an der Direktvermarktung mit SMA SPOT teilzunehmen.

SMA SPOT Beispielrechnung Eigenverbrauch

Beispiel einer Anlage mit Eigenverbrauch (50 % EV, 360 kWp): Die Erlöse ergeben sich aus dem Produkt aus eingespeister Menge (MWh) und der Vergütung durch den Direktvermarkter Marktwert (€/MWh) auf Monatsbasis. Bei einer Vergütung nach dem Spotpreis werden die Mengen stundengenau abgerechnet. Alle Angaben im Beispiel sind ohne Gewähr und können je nach Anlagenleistung, Ausrichtung, Standort etc. abweichen.

 

 SMA SPOT Beispielrechnung Volleinspeisung

Beispiel einer Anlage mit Volleinspeisung (750 kWp): Die Erlöse ergeben sich aus dem Produkt aus eingespeister Menge (MWh) und der Vergütung durch den Direktvermarkter Marktwert (€/MWh) auf Monatsbasis. Bei einer Vergütung nach dem Spotpreis werden die Mengen stundengenau abgerechnet. Alle Angaben im Beispiel sind ohne Gewähr und können je nach Anlagenleistung, Ausrichtung, Standort etc. abweichen.

SMA Lösungen für Bestandsanlagen

Optionale Direktvermarktung für Bestandsanlagen: Auch Anlagenbetreiber, die noch eine fixe Einspeisevergütung erhalten, können problemlos in die Direktvermarktung nach dem Marktprämienmodell wechseln.

Nach der Installation des Data Manager M und der Aktivierung von SMA SPOT fallen keine zusätzlichen Kosten für die Herstellung und den Betrieb der Fernsteuerbarkeit an. Es ist kein externer VPN Router notwendig.

Mit dem aktuellen Softwareupdate des Data Manager M (Firmware 1.12.7) ist bei SMA Wechselrichtern mit RS485-Schnittstelle kein Adapter (SMA COM GATEWAY) mehr notwendig. Das ermöglicht auch Betreibern von Bestandsanlagen einen einfachen und kostengünstigen Weg in die Direktvermarktung. Auch SMA Anlagen, die bislang mit einem Nicht-SMA Logger überwacht wurden, können von dieser einfachen und kostengünstigen Lösung profitieren und so auch die weitreichenden Monitoring- und Analysemöglichkeiten des Sunny Portal powered by ennexOS kostenfrei nutzen. Die Netzteile von Sunny WebBox-10 und von SMA Cluster Controller können weiterverwendet werden. Der Data Manager M übernimmt dann auch die Aufgaben der Power Reducer Box.

Bei der Anlageninbetriebnahme im Sunny Portal powered by ennexOS können die wichtigsten Bestandsdaten aus dem bisherigen Sunny Portal übernommen werden. Wir empfehlen die bestehende Anlage vor dem Umbau der Hardware aus dem Sunny Portal in das Sunny Portal powered by ennexOS zu migrieren. Dazu steht im Sunny Portal powered by ennexOS ein Migrationsassistent zur Verfügung.

Hinweis: Der Data Manager M Lite kann nicht für SMA SPOT verwendet werden.

 

Vorteile der SMA Lösung im Überblick

  • SMA SPOT bringt Anlagen einfach, schnell und kostengünstig in die Direktvermarktung. Der Partner MVV übernimmt die Rollen EIV und BTR.
  • SMA SPOT bietet maximale Erlöse durch eine Vergütung nach Marktwert Solar (i.d.R. höhere Auszahlungen für den Anlagenbetreiber) gegenüber einer Spotpreisvergütung.
  • SMA SPOT bietet für Neuverträge ab 01.07.21 um bis zu 20 % reduzierte Vermarktungsentgelte für die Direktvermarktung.
  • Durch die im SMA Data Manager M integrierte Fernsteuerbarkeit (ohne externen VPN Router) spart der Anlagenbetreiber bis zu 4.000 €.
  • Durch die neue Fähigkeit des SMA Data Manager M, auch Wechselrichter mit RS485 anzubinden, sparen Betreiber von Bestandsanlagen die Kosten für die Installation eines SMA Com Gateway.

 

Wie schließe ich die Direktvermarktung über SMA SPOT ab?

PV-Fachhandwerker können über unser Planungstool Sunny Design mit wenigen Klicks und Angaben direkt einen SMA SPOT Vertrag für ihre Kunden herunterladen und ihn dem Kunden zur Unterschrift übermitteln:

1. Sunny Design > Neues Projekt anlegen (auch für Bestandsanlagen).

SMA Spot Schritt 1

 

2. Projektdaten eingeben: Anlagenstandort > Systemkonfiguration: Zur Konfiguration der PV-Anlage > PV-Generator und PV-Wechselrichter wählen > Tooltipp SMA SPOT beachten > Unten rechts „Zu SMA SPOT“ klicken (im Reiter „Direktvermarktung).

SMA Spot Schritt 2

 

3. Vertrag vorausfüllen und an Kunden senden.

 

Anlagenbetreiber schreiben einfach eine E-Mail mit den relevanten Stammdaten an sma-spot@mvv.de.

Eine digitale Lösung für einen einfachen Vertragsabschluss zur Direktvermarktung mit SMA SPOT steht in Kürze zur Verfügung.

 

Hier gibt es weiterführende Informationen zu SMA SPOT:

SMA Spot – Direktvermarktung für Solaranlagen

Solarstrom direkt vermarkten

SMA Data Manager M powered by ennexOS
 

Webinar

Redispatch 2.0: Die SMA Systemlösung mit SMA SPOT und dem SMA Datamanager

Unsere SMA Experten präsentieren live im Webinar am 24.08.2021 um 14:00 Uhr die neue SMA Systemlösung für Redispatch 2.0. Wir laden euch herzlich zur Teilnahme ein und freuen uns auf eure Fragen.

Details und Anmeldung

 

4 Kommentare
  1. Martin
    Martin sagte:

    Hallo,
    ist bei der Direktvermarktung über MVV nach wie vor der Messtellenbetrieb inclusive? Dies ist das Problem, ich möchte, jedoch OHNE das der Messtellenbetreiber gewechselt wird in die Direktvermarktung.

    Antworten
    • Christiane Keim
      Christiane Keim sagte:

      Hallo Martin,

      bitte wende dich mit dieser Frage direkt an deinen lokalen Energieversorger.

      Sonnige Grüße
      Christiane

      Antworten
  2. Josef Karl
    Josef Karl sagte:

    Alles schön und gut, aber was ist mit Altanlagen in denen SMC-Geräte verbaut sind? Die sind nach meinem Kenntnisstand nicht steuerbar. Welche Lösung gibt es hier?

    Antworten

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