Korrektes Timing – Kasseler Musiktage 2012

Dieser Artikel erschien 2012. Die Tipps und Techniken können möglicherweise veraltet sein.

von Matthias Gaßmann (guest post), , 0 Kommentare

Ich muss gestehen, mir war bis zum letzten Moment nicht klar, welche spezielle Art von percussiver Kunst mich an diesem Abend erwartet. Auf dem Programm steht „Cycle Percussion Berlin“, namentlich die Künstler: Mario Würzebesser, Julius Heise, Raphael Meinhart unter der Leitung von Shengnan Hu.

Töne aus Konservendosen
Die Musiker in Aktion

Die Musiker stellen sich vor

Die Menschheit nutzt ja schon Jahrtausende unzählige Arten von Klangerzeuger für ihre Rituale und die Kommunikation. Bei diesem Konzert erklangen dann doch spezielle, künstlerische Kompositionen. Mit Ausnahme einer Interpretation von J. S. Bach, stammten alle aus dem letzten Jahrhundert. Wie facettenreich diese sehr spezielle instrumentelle Richtung ist, zeigten die Werke, die an diesem Abend die Sinne der Besucher streiften. Hierfür stand dann auch ein breites Spektrum an Klangerzeugern bereit. Mit dem Einsatz von Trommeln, Becken, Congas, Bongos Rasseln oder Klanghölzer lag ich mit meinen Überlegungen im Vorfeld schon ganz richtig.

Töpfe aks Musikinstrument

Töpfe aks Musikinstrument

Allerdings kamen Vibraphone darin nicht vor. Dass diese auf der Bühne im Atrium sehr wohl ihren Platz fanden, war eine musikalische Bereicherung. Völlig überrascht hat mich der Einsatz von Kochtöpfen bzw. Konservendosen. Und was soll ich sagen, auch dieses war ein klangliches Erlebnis. Apropos Vibraphone: Ihren ganz großen Auftritt hatten diese bei dem ‚Allegro‘ aus dem Italienischen Konzert von Johann Sebastian Bach, ursprünglich für Cembalo komponiert. Für mich einer der Höhepunkte an diesem Abend. Die übrigen Namen der Komponisten gehen nur Eingeweihten locker über die Lippen. Ein Beispiel gefällig? Iannis Xenakis. Auch hier gilt, lebenslanges Lernen.

Publikum im Einsatz
Künstler in Aktion

Künstler in Aktion

Glücklicherweise war ich rechtzeitig vor Ort und fand somit einen Platz in einer der vorderen Reihen. Dadurch konnte ich auch das visuelle Erlebnis des Spielens genießen. Dies war leider nicht auf allen Plätzen gegeben. Per Beamer liefen Photos von Städten und Landschaften in einer Endlosschleife. Das konnte die optische Faszination der künstlerischen Darbietung nur aufwerten, nicht aber ersetzen.
Am Schluss des Abends angekommen, wurden die Besucher mit einbezogen. Das Publikum wurde zum gruppenweise zum Mitklatschen animiert, so dass ein Rhythmus-Kanon entstand. Die Künstler improvisierten dazu, d.h. sie steppten, klatschen oder trommelten auf der Brust.

Kasseler Musiktage

SMA unterstützt die Kasseler Musiktage. Hieraus ergab sich auch der Veranstaltungsort, das Atrium im Gebäude 61. Dieser passte hervorragend zu dieser innovativen Kunstform. An dieser Stelle ein Lob an die vielen fleißigen Helfer. Verbunden mit dem Wunsch, dass dieser Veranstaltung weitere folgen mögen. Auch gern in Form von Akustikkonzerten, Comedy- oder PoetrySlam-Abenden.

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